PeP-Status erfassen und bewerten

Worum es geht

Der PeP-Status ist die Angabe mit den weitreichendsten Folgen im ganzen Fall. Er erzwingt ein hohes Risiko, löst verstärkte Sorgfaltspflichten aus, verkürzt die Wiedervorlage und blockiert im Portal die Einreichung, solange er fehlt. Deshalb lohnt es sich, ihn zu verstehen.

Die vier Werte

Kein PeP. Die Person fällt nicht unter die Regelung. Der Normalfall.

PeP. Die Person übt selbst ein wichtiges öffentliches Amt aus oder hat es innerhalb der letzten Zeit ausgeübt.

Familienmitglied. Ehe- oder Lebenspartner, Kinder und deren Partner, Eltern einer politisch exponierten Person.

Nahestehende Person. Wer gemeinsam mit einer politisch exponierten Person wirtschaftlich Berechtigter ist oder sonst enge Geschäftsbeziehungen unterhält.

Ist der Status noch gar nicht abgefragt, bleibt das Feld leer — das ist etwas anderes als Kein PeP und blockiert die Einreichung.

Was jeder Status außer „Kein PeP" auslöst

Alle drei Ausprägungen — PeP, Familienmitglied, nahestehende Person — haben dieselbe Wirkung:

  • Der Fall wird zwingend als hohes Risiko eingestuft
  • Die verstärkten Sorgfaltspflichten greifen: Zustimmung der Führungsebene und Dokumentation der Mittelherkunft werden vor der Freigabe verlangt
  • Die nächste Überprüfung wird auf spätestens zwölf Monate gesetzt, auch wenn der Kundentyp ein längeres Intervall vorsieht

Das lässt sich nicht abschalten und nicht per manueller Einstufung umgehen. Sie können ein hohes Risiko nicht nach unten korrigieren, solange ein Beteiligter als politisch exponiert erfasst ist.

Wie der Status in den Fall kommt

Über das Kundenportal. Beim Erfassen einer Person wird die Frage gestellt. Ihr Kunde beantwortet sie selbst — das ist die Selbstauskunft. Fehlt sie für auch nur eine Person, kann er nicht einreichen.

Über das Backoffice. Sie können den Status jederzeit selbst setzen oder ändern, etwa wenn sich im Gespräch etwas anderes ergibt oder ein Screening-Treffer das nahelegt.

Zusammenspiel mit dem Screening

Das Sanktions- und PeP-Screening läuft automatisch bei der Anlage einer natürlichen Person und danach jährlich. Ein Treffer der Art PeP ist ein Prüfanlass, keine Einstufung: Er setzt den Status nicht automatisch.

Das ist Absicht. Namensgleichheiten sind häufig, und die Entscheidung, ob ein Treffer die Person betrifft, gehört zu Ihrer Bewertung. Bestätigen Sie den Treffer, setzen Sie anschließend den Status von Hand.

Gut zu wissen

Der Status ist personenbezogen, die Wirkung fallbezogen. Es genügt eine einzige politisch exponierte Person unter den Beteiligten, damit der ganze Fall auf hohes Risiko geht.

Nachtragen ist jederzeit möglich. Wenn ein Fall bereits läuft, können Sie den Status auch später noch setzen. Die Folgen greifen dann sofort — was bedeutet, dass eine vorher mögliche Freigabe plötzlich blockiert ist, bis die beiden Nachweise vorliegen.

Ein PeP ist kein Ablehnungsgrund. Die Regelung verlangt genauere Prüfung, nicht Ablehnung. Mit dokumentierter Zustimmung der Führungsebene und geklärter Mittelherkunft können Sie ganz normal freigeben.

Ehemalige Amtsträger fallen nicht sofort heraus. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt bleibt eine Person für eine gewisse Zeit relevant. Im Zweifel erfassen und dokumentieren.

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