Worum es geht
Die wirtschaftlich Berechtigten sind der Teil der Prüfung, an dem am häufigsten etwas schiefgeht — bei Ihren Kunden wie bei Ihnen. Hier steht, wie Sie sie in Soverra sauber abbilden.
Die Grundfrage
Gesucht ist die natürliche Person, in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle das Unternehmen letztlich steht. Nicht die Geschäftsführung, nicht die Muttergesellschaft — die Person am Ende der Kette.
Als Anhaltspunkt gilt: mehr als 25 Prozent der Kapitalanteile oder Stimmrechte, unmittelbar oder mittelbar. Ebenso, wer auf vergleichbare Weise Kontrolle ausübt.
Was Sie je Person erfassen
- Beteiligungsquote in Prozent
- Mittelbar über — die Zwischengesellschaft, über die die Beteiligung läuft
- PeP-Status — politisch exponiert, Familienmitglied, nahestehend oder keines davon
- Personendaten inklusive Geburtsort und aller Staatsangehörigkeiten
Beim Geburtsort wird oft gestockt: Er ist Pflicht, weil das Gesetz ihn ausdrücklich zu den zu erhebenden Angaben zählt.
Drei typische Konstellationen
Direkte Beteiligung. Frau Meier hält 60 Prozent an der Beispiel GmbH. Sie erfassen sie als wirtschaftlich Berechtigte mit Quote 60, ohne Angabe bei mittelbar über.
Über eine Holding. Die Beispiel GmbH gehört zu 100 Prozent der Meier Holding GmbH, deren Alleingesellschafterin Frau Meier ist. Wirtschaftlich Berechtigte ist Frau Meier — die Holding selbst ist keine, weil sie keine natürliche Person ist. Bei mittelbar über tragen Sie die Meier Holding GmbH ein.
Mehrere kleine Anteile. Vier Gesellschafter halten je 25 Prozent. Niemand liegt über 25 Prozent. Dann greift die Auffangregel: Sofern niemand anderweitig Kontrolle ausübt, gilt die gesetzliche Vertretung als fiktiver wirtschaftlich Berechtigter — und Sie dokumentieren, dass die Ermittlung erfolglos blieb.
Wenn es niemanden gibt
Bestätigt Ihr Kunde im Portal, dass es keine wirtschaftlich Berechtigten gibt, wird das als bewusste Angabe festgehalten. Das ist etwas anderes als ein leeres Feld — und in einer Prüfung genau der Unterschied, auf den es ankommt.
Prüfen Sie solche Angaben trotzdem gegen den Registerauszug und die Gesellschafterliste.
Was der Kunde macht und was Sie
Ihr Kunde erfasst die Beteiligten im Portal, wenn der Kundentyp das vorsieht. Er beantwortet dabei drei Leitfragen je Person — gesetzliche Vertretung, Beteiligung über 25 Prozent, Vollmacht — und trägt eine Beschreibung der Eigentums- und Kontrollstruktur ein.
Sie prüfen das gegen die Unterlagen und ergänzen, was fehlt. Vertrauen Sie der Selbstauskunft nicht blind: Gerade bei Holdingketten unterschätzen Kunden regelmäßig, wie weit sie nach oben schauen müssen.
Gut zu wissen
Mehr als zwei wirtschaftlich Berechtigte erhöhen das Risiko. Verschachtelte Eigentümerstrukturen sind ein anerkannter Risikofaktor.
Jede Staatsangehörigkeit zählt. Bei Mehrstaatern fließen alle in die Risikobewertung ein — eine aus einem Hochrisikoland setzt den Fall auf hoch, auch neben einer deutschen.
Ein PeP unter den wirtschaftlich Berechtigten wirkt auf den ganzen Fall. Er erzwingt hohes Risiko und verstärkte Sorgfaltspflichten, unabhängig von der Beteiligungsquote.
Die Struktur beschreiben ist Pflicht. Bei juristischen Personen blockiert eine fehlende Beschreibung der Eigentums- und Kontrollverhältnisse die Freigabe.
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